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Paul Breitner zu Gast beim Neujahrsempfang

Illustre Gäste, „Elfmetergeschichten“ und jede Menge „Spultur“ – ein kurzweiliges Programm mit hohem Unterhaltungswert wurde den 200 Mitgliedern der ESS Brose Brose Baskets Business Family beim Neujahrsempfang am Sonntag, den 6. Februar geboten.





Als prominenten Gast empfingen die Brose Baskets Paul Breitner in der Business Lounge der Stechert Arena. Rainer Lewandowski, Intendant des E.T.A Hoffmann Theaters, unterhielt das Publkum mit einem literarisch angehauchten Basketball-Vortrag über das „ganz große Theater“.

Bevor Gastgeber und Präsident der ESS Brose Baskets Business Family Michael Ehlers aber Hauptgast Paul Breitner zum Interview auf die Bühne bat, gratulierten Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke und Brose Baskets Präsident Norbert Sieben in ihren Neujahrsansprachen zu einem erfolgreichen zurückliegenden Jahr 2010. Starke und Sieben zeigten sich dabei vor allem sehr erleichtert darüber, dass eine langfristige Lösung für die Zukunft der Stechert Arena gefunden wurde und richteten den Dank dafür an alle Beteiligten, darunter die Stiftung Oberfranken sowie die Betreibergesellschaft der Stechert Arena in Person von Horst Feulner.

Ganz großes Theater

Sportkulturell gänzlich neue Perspektiven eröffnete indes Rainer Lewandowski, Intendant des Bamberger E.T.A Hoffman Theaters, in seiner Laudatio. Possenartig resümierte und reflektierte er über Tiefen, Täler und Befindlichkeiten des alten Jahres. Dabei seien sich Kultur und Sport, genauer: Basketball, doch höchst ähnlich. Es sei schließlich in beiden Bereichen „ganz großes Theater“ vorzufinden, befand der Kulturschaffende und ließ es sich dabei nicht nehmen, auf seine ganz spezielle Art und Weise zu sportpolitischen Themen - wie etwa „Hallenzeiten“ - Stellung zu beziehen: „Und als ich dann noch erfuhr, dass der Deutsche Meister und Pokalsieger mit dem größten Jugendprogramm Deutschlands die Halle als Trainingsort durch das Sportamt zugewiesen bekommt, da begriff ich schlagartig, dass die Mannschaft lieber zwei Tage früher in die Städte der Gegner fährt, weil dort die Trainingsmöglichkeiten besser sind als zu Hause“, so Lewandowski.

Chronische Notstände, die Theater und Basketball gleichermaßen nur zu gut kennen. So sei das in der „Spultur“. „Es fehlt an Kohle, Kohle, Kohle“, rezitierte Lewandowski vortrefflich aus dem Werk Grillparzers. Die Dramaturgie dieses Zustands persiflierte der Theater-Chef punktgenau mit einer weiteren Grillparzer-Adaption und stellte sich die Frage, wie wohl die Spieler der Brose Baskets beim Nachgehen ihrer Hauptbeschäftigung darauf reagieren könnten:

CASEY:
„Und nun, was säumen wir – du hast den Korb –
Ich denk’, wir gehen! -
Ei, du bist so ernst und still -

TIBOR:
„Mir ist, als träumt’ ich.“

Wohlgemerkt, ein Dialog, der den Spieler in den Mund gelegt wurde, bei der ESS Brose Baskets Business Family aber gerade deshalb wohl für herzhafte Lacher sorgte.

Fußballer mit Verstand

Viel Humor brachte auch der Hauptgast das Tages auf die Bühne.: Paul Breitner. Unvermeidbar, aber eine „Muss“, war die Frage der Fragen, wie das denn damals, 1974, bei dem Elfmeter war. Überraschend dann doch Breitners Antwort: „Das sind 2 Minuten in meinem Leben, an die ich mich nicht erinnern kann. Da war ich im Tunnel. Ich wollte eigentlich nur den Ball holen. Irgendetwas in meinem Kopf hat dann wohl zu mir gesagt: Wenn du den Ball schon hast, dann machst’ ihn auch rein,“ so Breitner über den wohl größten Moment seiner Karriere.

Breitner war und ist seit jeher ein Mensch, der in keine Schublade zu packen ist und das auch nicht mit sich machen lassen will. „Ich war schon immer gegen Schubladendenken und habe immer alles hinterfragt“, erzählt Breitner aus seinem Leben. Dass er gut Fußball spielen konnte, war für ihn zu allererst ein Mittel zum Zweck. Mit seinem ersten Profivertrag, den er 1970 beim FC Bayern München unterschrieb, wollte sich Breitner nach seinem Abitur in Traunstein eigentlich nur sein Studium finanzieren. „Fußball war für mich zuerst nur angenehme Nebensache. Ich wollte in München Philosophie und Psychologie studieren.“

Was folgte war hingegen keine akademische Ausbildung, sondern vielmehr die kometenhafte Karriere als Fußballprofi. Sein Wechsel nach Spanien zu Real Madrid brachte Breitner 1974 auch mit dem Basketball in Verbindung. „Meine Mannschaftskollegen sind damals, wenn es denn irgendwie ging, zum Basketball gegangen. So habe ich dort den Sport kennengelernt. Real Madrid war ja damals in Basketball-Europa die unangefochtene Nummer 1. Vom ersten Augenblick an, war ich von diesem Spiel begeistert“, erzählt Breitner mit funkelnden Augen.

„A g’mahde Wiesn’ “

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn Breitner in München ist und die ProA Basketballer des FC Bayern zu Hause spielen, ist er in der Halle. „Ästhetik, Athletik und Spielintelligenz machen Basketball einfach so attraktiv“, ist Breitner überzeugt. „Alleine wie die Spiele präsentiert werden, find ich super. Es wird nicht nur reichlich Abwechslung auf dem Spielfeld geboten. Auch das Rahmenprogramm unterhält die Zuschauer auf eine Art und Weise, die ich zum Beispiel als Zuschauer in der Fußball Bundesliga so nicht vorfinde.“ Aspekte, die auch bei FC Bayern Präsident Uli Hoeneß, mit dem Paul Breitner seit Jugendjahren eng befreundet ist, eine Rolle gespielt haben dürften, als man sich bei Deutschlands Vorzeigeverein für ein Engagement im Basketball entschlossen hat. Es sei eine Investition in die Zukunft und für Basketball-Deutschland insgesamt eine große Chance, waren sich Breitner und Brose Baskets Manager Wolfgang Heyder einig. „Bayern will da hin, wo die Brose Baskets heute sind“, stellte Breitner klar. „Die Marke „FC Bayern“ ist von unschätzbarem Wert. Alle Beko BBL-Clubs würden davon profitieren, denn der FC Bayern ist, ob bei Fans oder Nicht-Fans, immer in aller Munde. Und wir sprechen hier von mehreren Millionen von Menschen,“, klärte Breitner auf „die wir erreichen.“ Dass der FC Bayern auch im Basketball zum Publikumsmagneten wird, scheint unausweichlich. Bereits jetzt seien alle Spiele ausverkauft, demnächst ziehe man in die Rudi-Sedlmayer-Halle um. Das Spitzenspiel gegen Würzburg findet gar in der ausverkauften Olympia Halle vor 12.000 Zuschauern statt. Ebenfalls historisch: Erstmals überträgt das Bayerische Fernsehen mit dem Topspiel FC Bayern München – s.Oliver Baskets Würzburg ein Begegnung aus der 2. Basketball Bundesliga live im TV. „Das hat es noch nie gegeben,“ so Paul Breitner und sei für Bayerns Basketballzukunft, auf gut bayerisch, „a g’mahde Wiesn’“, freute sich der Basketball-Fan.

Zünftig bayerisch auch der kulinarische Abschluss des Neujahresempfangs: Beim Weißwurstfrühstück ließen Paul Breitner und die ESS Brose Baskets Business Family den anregenden Vormittag ausklingen.

Eine Bildergalerie zur Veranstaltung finden Sie hier.
 


http://www.brosebaskets.de


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