Authentischer Vollblutunternehmer im Gespräch
Michael Stoschek im Gespräch mit Michael Ehlers. Dieser Abend war bereits im Vorfeld als ein Highlight der ESS Brose Baskets Business Family angekündigt und die 200 Gäste aus dem Umfeld der Brose Baskets, die am Donnerstagabend den Weg in die VIP-Lounge der Stechert Arena fanden, wurden wahrlich nicht enttäuscht.
Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Brose Gruppe, Michael Stoschek, schlug Moderator Ehlers einen spannenden und unterhaltsamen weiten Bogen von den unternehmerischen Anfängen über die eigenen sportlichen Erfolge seines Gastes, bis zu aktuellen Themen wie die Verlängerung der Partnerschaft mit dem Bamberger Bundesligisten und vor allem zu Michael Stoscheks kürzlich verwirklichtem Traum: Der Neuauflage des in Motorsportkreisen legendären Lancia Stratos.
Die Gäste erlebten einen Michael Stoschek, der an diesem Abend so gar nicht dem Ruf entsprach, den er sich, wie er selbst zugab, durch seine hervorstechenste Eigenschaft erarbeitet hat: Ungeduld, immer das Maximum fordernd. „Ich finde immer das Haar in der Suppe“, gab Stoschek zu. An diesem Abend war er charmant, witzig und immer authentisch. Seine Geschichte und seine Geschichten zogen die Gäste, viele davon selbst Unternehmer, in der Business Lounge in ihren Bann, wie es nur wenige Redner zuvor geschafft hatten. Er, der an seinen Mitarbeitern vor allem Offenheit schätzt, war es an diesem Abend auch. Auch im Sitzen mit den Füßen immer in Bewegung sprach er davon, wie es war, als 23-Jähriger die Chance zu bekommen, sich als Geschäftsführer einer Firma von 1000 Mitarbeitern zu beweisen. „Wenn man als 23-Jähriger die Geschäftsführung übernimmt, ist man natürlich Amateur umgeben von lauter Profis. Ich wollte beweisen, dass ich genauso gut bin.“ Überhaupt kristallisierte sich im Laufe des Abends heraus, dass hier eine Persönlichkeit sprach, die viele Chancen bekam, sich aber auch verpflichtet fühlt, aus diesen Chancen das Optimum herauszuholen. Ein Beispiel: Als die Schwester vom Großvater ein zu lebhaftes Pferd geschenkt bekam und „die Lust verlor, weil sie zu oft daneben lag“, probierte er sich an dem Pferd. Aus den ersten Versuchen als „Nichtreiter“ mit einem Pferd, „das ja auch noch nichts konnte“ wurde eine Leidenschaft für den Reitsport, die ihn schließlich bis zur bayerischen Meisterschaft im Springreiten führte. „Als es mit dem Beruf ernst wurde, wurde die Zeit knapp und ich habe mich aufs Springreiten konzentriert.“ Vorher war er – mit ein und demselben Pferd – auch in Dressur und Vielseitigkeitsreiten aktiv und musste sich den Vorwurf gefallen lassen, aus dem Tier nur noch mehr herausholen zu können, wenn er es melken würde.
Trotz der Erfolge mit nur einem PS, gehört seine Leidenschaft nicht einer, sondern vielen, möglichst vielen Pferdestärken. Stoschek ist begeisterter und erfolgreicher Rennfahrer und hat diese Leidenschaft früh entdeckt. Die Augen glänzen, wenn er von der Faszination erzählt, ein Auto im Grenzbereich zu bewegen. „Ich habe schon mit elf, zwölf Jahren Fahrstunden genommen. Eben immer, wenn ich ein bisschen Geld zusammen hatte.“ Auch die Wahl der Freundinnen wurde davon bestimmt. Die Motorisierung war K.O.-Kriterium. „Hauptsache sie hatte ein Auto.“ Davon, auf anderer Leute Autos angewiesen zu sein, ist der erfolgreiche Rallyefahrer inzwischen weit weg, baute er doch inzwischen sein eigenes Traum-Auto. Und es war wieder eine Chance, die sich aus Zufall ergab, als er „in Spanien einen Designer von Seat traf, der zufällig von seinem Vater eine Sammlung Lancia Stratos hinterlassen bekommen hatte.“ Zusammen beschloss man, eine Neuauflage des Autos, das ausschließlich für den Rennsport konzipiert war, zu entwickeln. Und natürlich wurde auch dieses Projekt kompromisslos vorangetrieben und natürlich ein Erfolg. „Mit dem olympischen Gedanken, dass dabei sein alles ist, kann ich mich nicht wirklich anfreunden“, so Stoschek. Im Frühjahr muss sich der „new Stratos“ – der seinen Ritterschlag von einem beeindruckten Ferrarichef persönlich bekam, folgerichtig in Vergleichsrennen beweisen. Der schnellste geschlossene Rennwagen soll es sein. „Wenn Du wirklich wissen willst, wie gut Du bist, dann musst Du den Wettkampf suchen.“
Und diesen Wettkampf möchte der Brose-Boss auch mit seinen Baskets suchen. Denn natürlich war auch Basketball ein Thema des Abends. „Ich hab zu Wolfgang Heyder gesagt, dass Beste daran, wenn der FC Bayern in die erste Bundesliga aufsteigt, ist, dass wir sie dann schlagen.“ Nach dem 90 Minuten dauernden Gespräch, zweifelte keiner der Anwesenden mehr daran, dass Stoschek auch dieses Projekt erfolgreich zu Ende bringen wird.






