Herr Heyder, viele Teams der Basketballbundesliga melden die ersten Verpflichtungen. In etwas über einem Monat, am 20. August, soll auch in Bamberg Trainingsstart sein und die Fans warten täglich gespannt auf Meldungen zum Team. Wann können sie mit Neuigkeiten rechnen?
Ich hätte natürlich gern schon das Team beisammen. Wir sind aber finanziell derzeit noch nicht so aufgestellt, dass wir – wie es nach wie vor unser Wunsch ist – den Kern des Teams der letzten Saison zusammenhalten können. Das hat natürlich Gründe: Zum einen ist da der gestiegene Dollarkurs, der uns zusammen mit einer Steigerungen bei den Beiträgen für die Berufsgenossenschaft in Höhe von 70-80.000 Euro sehr weh tut. Im Budget fehlen uns außerdem die ca. 100.000 Euro, die wir für die Parkplätze an der JAKO Arena bezahlen müssen. Unser langjähriger Partner Dimplex musste aufgrund einer Neuausrichtung der irischen Muttergesellschaft sein Sponsoring einstellen. Wir konnten diesen Verlust zwar auffangen, aber wir konnten das Budget nicht so steigern, dass wir auch die ersten drei Faktoren neutralisieren konnten. Wir sind deshalb extrem zurückhaltend, weil uns jede schnelle Entscheidung, die wir jetzt treffen, später an anderer Stelle limitieren kann.
Besteht nicht die Gefahr, dass sich die sicher auch von anderen Teams umworbenen Spieler anderweitig umsehen?
Wir haben mit allen Spielern gesprochen und alle haben uns noch Zeit gegeben. Aber natürlich besteht diese Gefahr, wenn wir zu lange warten müssen.
Wünschen Sie sich in dieser Situation mehr Unterstützung durch die Stadt Bamberg?
Ich bin den städtischen Gesellschaften sehr dankbar für ihr Sponsoring. Die Stadtbau GmbH, die städtische Sparkasse und die Stadtwerke helfen uns vor allem, Teile der gestiegenen Miete zu finanzieren und sind – wenn ich nur an die tolle Unterstützungsaktionen während der Playoffs denke – wirklich auch mit Herzblut bei der Sache. Allerdings sind diese Partnerschaften nichts Ungewöhnliches. Kommunales Sponsoring ist an allen Standorten üblich, nur fließt dort das Geld in den Teamkader und ins operative Geschäft, während wir damit unsere Spielstätte sichern. Nur zum Vergleich: In Bayreuth werden derzeit sechsstellige Summen in die Hand genommen, um die Oberfrankenhalle bundesligatauglich zu machen. Der BBC wird auch mietfrei in der Halle spielen und trainieren können. Seit Jahren.
Wie hoch ist die Miete für die Brose Baskets?
Dazu möchte ich sagen, dass es ganz klar ist, dass auch wir unseren Beitrag zur Stabilisierung des Standorts leisten müssen. Die Notwendigkeit ist uns bewusst und wir tun das auch gerne. Mit 350.000 Euro Miete liegen wir aber in der Liga sicher auf einem Spitzenplatz. Dazu kommt, dass wir als Baskets noch mit dem Namensrecht, mit der Vermarktung der Werbeflächen der Arena und den Werbekostenzuschüssen der Getränkepartner zur Finanzierung der Arena beitragen.
Aber ist das nicht nur gerecht, die eigene Spielstätte zu finanzieren?
Ich kann nur wiederholen, dass wir als großes Basketballprogramm gern unseren angemessenen Beitrag leisten. Die Arena ist allerdings ein großer infrastruktureller Standortvorteil für Bamberg und die Region. Sie ist mehr als die Spielstätte der Brose Baskets, die dort im Übrigen ja nur noch Mieter sind. Es ist gelinde gesagt sehr ungewöhnlich und eigentlich nicht zu vermitteln, dass ein Sportclub die Parkplätze vor seiner Spielstätte zusätzlich zur hohen Miete finanzieren muss. Beim Stadionausbau in Bamberg wurden ohne mit der Wimper zu zucken vier bis fünf Millionen Euro investiert, ohne das die Frage der Parkplätze auch nur gestreift wurde. Die Verträge mit der Arena kamen immer unter sehr großem Druck zustande und unter ebenso großem Druck stand der neue Betreiber bei den Übernahmeverhandlungen. Übrigens sollte sich jeder bewusst sein, dass sich ein privater Betreiber trotz der hohen Miete und unserer Unterstützung bei der Vermarktung, immer schwer tun wird. |
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